Sofortmaßnahmen zur Abwendung schwerer Ertrags- und Futterausfälle in der Landwirtschaft infolge anhaltender Trockenheit

Trockenheit und Hitze bedroht landwirtschaftliche Betriebe: Umfassendes Forderungspaket an Behörden und Politik vom Bauernverband Allgäu Oberschwaben und Kreisbauernverband Tettnang übergeben

Anhaltende Niederschlagsdefizite führen zu massiver Nährstoffunterversorgung und Futternotstandssituation – Unbürokratische Ausnahmeregelungen und Vorrang bei der Wasserversorgung jetzt gefordert.


Die anhaltende und außergewöhnliche Trockenheit bringt zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in eine zunehmend brenzliche Lage. Fehlende Niederschläge und ein außergewöhnlich kaltes Frühjahr haben in den vergangenen Monaten nicht nur zu drastischen Ernteeinbußen geführt, sondern verhindern auch die reguläre Ausbringung organischer Dünger und gefährden die Futterversorgung der Tierbestände für den kommenden Winter. Um massive wirtschaftliche Schäden und Tierwohlgefährdungen abzuwenden, beantragen die Branchenvertreter umgehend zielgerichtete Ausnahmeregelungen und Flexibilisierungen.


Aufgrund der fehlenden Regenfälle in den Sommermonaten konnten organische Dünger auf Grünland und Ackerflächen kaum oder gar nicht bedarfsgerecht ausgebracht werden. Das Ergebnis ist eine gravierende Nährstoffunterversorgung der Wiesen und Pflanzenbestände.


„Unsere Betriebe stehen vor großen Herausforderungen. Bestehende Regularien wurden für Normaljahre konzipiert. Wir benötigen jetzt pragmatische, unbürokratische Lösungen und den vollen Handlungsspielraum, um den Pflanzenbestand zu sichern, die Futterversorgung unserer Tiere für den Winter zu gewährleisten ohne die Umwelt zu gefährden. Starre Reglementierungen dürfen die Krise nicht noch weiter verschärfen.“ Appellieren Franz Schönberger und Dieter Mainberger an die zuständigen Ministerien und Behörden, die vorgeschlagenen Maßnahmen umgehend anzugehen, um den landwirtschaftlichen Betrieben in dieser Notsituation rechtliche Klarheit und existenzielle Entlastung zu verschaffen. Wenn ausreichend Niederschläge kommen und sich die Pflanzenbestände erholen bzw. Aufwüchse im Grünland erstarken, stehen starre Regularien gegen fachlich sinnvolle Maßnahmen.


Wie sehen Soforthilfen aus?
Kernforderungen der Landwirtschaft im Überblick
•Vorrang bei der Wasserversorgung: Landwirtschaftliche Bewässerung zur Lebensmittelerzeugung priorisieren und vor der privaten Nutzung (z. B. Ziergärten) freigeben.

• Höhere Nährstoffgrenzen & flexiblere Sperrfristen: Ausbringung von Gesamtstickstoff auf Grünland ab 1. September auf über 60 kg N/ha anheben wenn Gebiet und Anbau es zulassen; Sperrfristverschiebung uneingeschränkt auf Zwischenfrüchte und Zweitkulturen ausweiten.


• Ausnahmeregelungen für Moorstandorte: Moorböden explizit in die Sperrfristverlängerung 2026 einbeziehen.


• Erleichterungen im Ökolandbau: Regionaler Futteranteil von 70 % auf 30 % senken, Umstellungsfutter-Anteil erhöhen und Nutzung von extensivem konventionellem Rauhfutter unbürokratisch erlauben.


• Weidenutzung für FAKT-Ökobetriebe: Nutzung ungedüngter, konventioneller Weiden (z. B. für Jungvieh) gestatten, um Öko-Winterfutter zu sparen.


• FAKT II-Zwischenfrüchte freigeben: Flächendeckende Futternutzung und Verfütterung von FAKT II-Zwischenfrüchten sanktionslos erlauben.